Nach Start der Projektinitiative im Oktober 2002 und deren inhaltliche Erweiterung im Jahr 2007 können die ausgewählten Standorte nach der Art ihrer ehemaligen Nutzung in drei Gruppen eingeteilt werden:

  • Standorte mit ehemals gewerblicher Nutzung
  • Quartiere mit ehemaliger Mischnutzung
  • Großflächige Wohnbrachen mit Geschosswohnbauten

Die Art der Vornutzung der einzelnen Standorte hat – unter Berücksichtigung der angestrebten Nachnutzung – wesentlichen Einfluss auf die Kosten der Aufbereitung bzw. Vorgehensweise.

Grundsätzlich ergeben sich Aufwendungen für die Herstellung der Grundstücksverfügbarkeit, die Durchführung von Ordnungsmaßnahmen (Freiräumung und Erschließung) sowie für vorbereitende und begleitende Maßnahmen (Planung, Vermessung, Projektsteuerung, Marketing). Diese Aufwendungen können regelmäßig nicht vollständig durch Erlöse aus der Veräußerung der aufbereiteten Standorte ausgeglichen werden. Es verbleiben unrentierliche Kosten, die durch den Einsatz von Fördermitteln auszugleichen sind, um die Maßnahme umsetzen zu können.

Als wesentliche Fördermittelquelle hat sich der Einsatz von Städtebaufördermitteln gezeigt und bewährt. Gelegentlich bietet sich die Möglichkeit, auf andere Fördermittel beispielsweise im Zusammenhang mit der Altlastenbeseitigung oder dem Schutz von Denkmalen flankierend zurückzugreifen. Nicht zuletzt kann die Bereitstellung von Mitteln der Wohnungsbauförderung – insbesondere im Rahmen der Wohneigentumsbildung – dazu beitragen, eine Wirtschaftlichkeit der Gesamtmaßnahme herzustellen.

Bei der Vorgehensweise hat sich bei Standorten mit ehemals gewerblicher Vornutzung insbesondere die Klärung von Kontaminationen als problematisch erwiesen. Quartiere mit ehemaliger Mischnutzung weisen in aller Regel kleinteilige Grundstück auf, sodass die Klärung der Grundstücksverfügbarkeit sowie die Art der Bodenordnung im Vordergrund stehen. Bei allen Standortgruppen gleichermaßen – auch bei Standorten mit ehemaliger Geschosswohnungsbaunutzung – sind Fragen der Wirtschaftlichkeit sowie des Quartiersimages im Rahmen der Umsetzung zu klären.

Die Komplexität, beispielsweise innerstädtische Brachflächen einer Wohnnutzung zuzuführen, übersteigt nicht selten sowohl die personellen Ressourcen als auch die üblichen Verfahrensweisen einer Verwaltung. Häufig ist es zielführend, verschiedene Akteure (Eigentümer, Verwaltung, Behörden, Investoren, Kommunalpolitik) in eine Umsetzungsstrategie einzubinden und deren Agieren immer wieder anzustoßen und zu koordinieren. Gleichwohl gibt es kein Patentrezept, brachgefallene Flächen einer anderen Nutzung zuzuführen. Vielmehr sind unter Beteiligung vieler Akteure an den jeweiligen Einzelfall angepasste Lösungen zu entwickeln und konsequent umzusetzen.

Bei einzelnen Standorten ging die Herstellung der Grundstücksverfügbarkeit mit erheblichem Zeitverzug einher. Teilweise sind die mit der Aufbereitung verbundenen unrentierlichen Kosten so hoch, dass ein Ausgleich aus Fördermitteln, insbesondere wegen des von der Gemeinde zu tragenden Mitleistungsanteils, vorerst unmöglich wird. Bisweilen ändern sich im Zeitablauf Prioritäten bei der Stadtentwicklung, sodass die einmal ins Auge gefasste Entwicklung eines Standortes zugunsten der Entwicklung an einer anderen Stelle vorerst zurückgestellt wird.

Die Bewertung der Standorte, deren Entwicklung bislang einen unbefriedigenden Stand erreicht hat, zeigt, dass die Beibehaltung der ursprünglichen Zielstellung, die brachgefallenen innerstädtischen Areale einer Wohnnutzung zuzuführen, nach wie vor mit den Stadtentwicklungsvorstellungen der Kommune vereinbar ist. Insofern bleiben diese Standorte Bestandteile der Projektinitiative GENIAL zentral.

Um künftig mit größerem Erfolg die Umsetzung dieser problematischen Standorte betreiben zu können, ist es seitens der Projektstädte erforderlich, den Standortentwicklungen entsprechende Priorität einzuräumen. Dazu zählt – neben planerischen Vorkehrungen – auch die Einstellung von Haushaltsmitteln, um die erforderlichen Mitleistungsanteile zur Kofinanzierung von Fördermitteln bereit stellen zu können.

Neben den bereits in der Initiative aufgenommenen Vorhaben sind – aufgrund des dauerhaften Interesses von Gemeinden an einer Mitwirkung an der Projektinitiative – jederzeit weitere Neuaufnahmen zugelassen. Damit kann die Projektinitiative auch weiterhin als Bündlungsinstrument einer möglichst breiten Palette von Modellstandorten der innerstädtischen Brachflächenentwicklung ausgebaut werden.