GENIAL zentral - Unter diesem Motto wird in Thüringen seit dem Jahr 2002 die Entwicklung von innerstädtischen Brachflächen intensiv begleitet und unterstützt.

Damit reagiert der Freistaat auf die Herausforderungen, die sich seit den 1990er Jahren aus den tiefgreifenden gesamtgesellschaftlichen Umstrukturierungsprozessen für die Stadtentwicklung ergeben haben und auch künftig bestehen bleiben werden. Sinkende Bevölkerungszahlen der Kernstädte durch Wanderungsverluste und Geburtenrückgänge sowie der Verlust wichtiger Dienstleistungs- und Handelsfunktionen in den zentralen Stadtbereichen hinterlassen Spuren. Innerstädtische Leerstände und Brachflächen sind die weithin sichtbaren Folgen.

Umso bedeutsamer ist die Revitalisierung dieser Flächen und Gebäude. Gerade angesichts des anhaltenden demografischen Wandels müssen Innenstädte aufgewertet und somit nachhaltige und zukunftsfähige räumliche Strukturen geschaffen werden. Das Ziel sind vielfältige und hochwertige Lebensräume für weniger Bewohner mit vertretbarem Kostenaufwand.
Das gelingt im Sinne des Leitbilds der europäischen Stadt am besten in kompakten, funktionsgemischten Strukturen. Auf diese zielt die Entwicklung der innerstädtischen Brachflächen ab.

2002 - 2007: GENIAL zentral – Unser Haus in der Stadt

Im Jahr 2002 startete die Initiative „GENIAL zentral – Unser Haus in der Stadt“. Im Zentrum stand das innerstädtische Wohnen. Brach gefallene innerstädtische Flächen sollten in überschaubaren Zeiträumen in attraktive Wohnstandorte verwandelt werden. Besonders für junge Familien mit Kindern sollte sich damit in den Städten der Traum von den eigenen vier Wänden als Alternative zu den Standorten auf der „Grünen Wiese“ erfüllen. Mit einem Aufruf im Thüringer Staatsanzeiger (Ausschreibungstext 2002) begann die Initiative. Insgesamt 16 Kommunen bewarben sich und 14 davon erfüllten die Auswahlkriterien, wie Lage, Eignung als Wohnstandort, Vermarktbarkeit, Eigentumsverhältnisse usw., um tatsächlich in die Initiative aufgenommen zu werden.

Seit 2007: GENIAL zentral – Entwicklung innerstädtischer Brachflächen

Der Fokus allein auf die Wohnfunktion der innerstädtischen Brachflächenentwicklung genügte den künftigen Herausforderungen der Stadtentwicklung nicht. Deshalb erfolgte 2007 eine Ansatzerweiterung auf alle innenstadtrelevanten Nutzungen, wie z. B. Handel, Dienstleistungen, Wohnen, Gewerbe, Grün (Ausschreibungstext 2007). Zudem wurde den Kommunen die Möglichkeit eingeräumt, Brachflächen einer Zwischennutzung zuzuführen (z. B. als temporäre Grünfläche oder Parkplatz).

Wichtig ist, dass die Nach- wie auch Zwischennutzungen der Brachflächen sich in den integrierten Stadtentwicklungskonzepten wiederfinden. Aktuell entwickeln 43 Kommunen mit 78 Standorten in ganz Thüringen ihre innerstädtischen Brachflächen unter dem Dach von GENIAL zentral (Stand September 12/2012). Die Vorhaben sind hinsichtlich ihrer Ausgangssituationen, Zielformulierungen und Entwicklungsstände vielfältig (Projektstandorte).

Die Landesinitiative GENIAL zentral ist ein Baustein des gesamten Aufgabenfeldes „Stadtumbau“. Sie stellt jedoch kein zusätzliches Förderprogramm dar. Vielmehr greift die Initiative auf die bestehenden Fördermöglichkeiten zurück und versucht, bezogen auf das Einzelvorhaben ressortübergreifendes Handeln zu stärken.

Die beteiligten Kommunen werden unter dem Dach der Initiative bei ihren konkreten Vorhaben begleitet. Dazu zählen neben Beratungen zum jeweiligen Arbeitsstand und zu nächsten Schritten insbesondere auch die Vernetzung innerhalb der Initiative und der Austausch über Erfahrungen und mögliche Wege (Arbeitsweise).